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Kailāis! Herzlich willkommen!

Wurzeln wachsen tief in die Erde und verleihen das Gefühl von Stabilität. Wenn sie genug Wasser, Licht und Nährstoffe bekommen, so verankern sie sich tief in den Standort und sorgen dafür, dass die Pflanze gedeiht und wächst.

Auch wenn man Pflanzen nicht unbedingt umpflanzen und an einen anderen Standort setzen soll, so werden sie auch dort unter idealen Bedingungen wieder gedeihen.

So ähnlich ist es mit uns Menschen auch. Unsere Wurzeln wachsen bildlich gesprochen oft auch sehr tief und sollten nicht gekappt werden. Die Zugehörigkeit zu einer Familie ist vielen Menschen sehr wichtig. Die Geschichten der Großeltern, aus denen man sich bildhaft auch Wesenszüge, Lebenseinstellungen und Erkenntnisse und Erfahrungen herleiten kann, sind dabei manchmal unbezahlbar.

Was der Sinn des Lebens ist, das kann uns niemand erklären – nicht einmal die Wissenschaft. Ob Zufall oder Glücksspiel, ob Plan und System, ob Schöpfung oder Evolution … oder von alledem etwas … wer sich auf die Spuren seiner Ahnen begibt, wird nicht wieder losgelassen von diesem magischen Zauber.

Wer wir sind, wie wir aussehen, ja sogar wie wir fühlen und denken, kann durchaus das gesamte Erbe der Vorfahren sein, auch jener, deren Namen wir längst nicht mehr kennen. Vieles wurde von Generation zu Generation weitergegeben und oft nicht nur durch die Gene, sondern auch sozial weitervererbt.

Sprachen sterben aus, Lebensumstände ändern sich – und doch gibt es in jedem von uns eine Geschichte, die auch ohne Worte von Generation zu Generation weiter erzählt wird, die sich verändert, verfeinert und weiter entwickelt.

Ein jeder von uns ist eine gebündelte Information, die über Jahrtausende so geworden ist, wie du und ich jetzt sind, wie unsere Kinder sind oder unsere Enkel sein werden.

Meine Vorfahren mütterlicherseits lebten seit jeher in Masuren, Generation um Generation. Dort sind die Herzen verwurzelt, irgend etwas von uns wird immer dort bleiben. Es soll ein Andenken an prußische, deutsche und masurische Vorfahren sein – ohne einen politischen Hintergrund.

Baltisches Blut in meinen Adern – über zehn Jahre genealogische Arbeit – viele offene Fragen und nicht eine Erwähnung über die prußischen Balten in deutschen Geschichtsbüchern.

Die Deutschen, die den Prußen Glauben, Land, Sprache, Identität und nicht zuletzt den Namen (Preußen) raubten – ich habe sehr lange gebraucht, um zu erfahren, daß es in Ostpreußen einst heidnische Bewohner gab, die die Natur verehrten und dennoch keine Germanen waren. Balten mit eigener heidnischer Religion, eigenen Bräuchen, einem eigenen Charakter und vielen Eigenarten.

Großgewachsen, friedlich, der Seefahrt ohne weiteres ermächtigt als Wikinger, mit den Nordmännern in Kontakt, dem Bernstein verfallen und ansonsten Ackerbauern, die sich in den tiefsten Wäldern Ostpreußens auskannten und die Natur verehrten, deren Ohren gut hörten und deren Schritte fest und sicher waren. Gastfreundliche, gutmütige Menschen, die den in Seenot geratenen nicht nur einmal entgegenfuhren, um sie zu retten, um sie mit wohlschmeckendem Bärenfang – Honigmet – willkommen zu heißen und in sanfte Träume zu feiern 😉 …

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Eine Schrift hatten sie vielleicht nicht, doch sie hatten dafür etwas, was heute in unserer Zeit wahrscheinlich fehlt. Ein Zugehörigkeitsgefühl zu ihrem Landstrich, sesshaft seit Jahrtausenden … Seele und Herz verschmolzen mit Ostpreußen.

Von den 12 Stämmen der Prußen stammt der Geburtsname meiner Mutter wahrscheinlich aus dem Stamme der Galinder. Bewiesen ist das nicht und die masurische Linie zeigt, daß wir genauso slawisches Blut in unseren Adern fließen haben – dennoch liegt der Gedanke nahe, zumal es nicht überall so große Frauen gibt 🙂

Etliche Familiennamen können durchaus aus dem Prußischen abgeleitet werden, eher als aus dem slawischen, wie mir Frau Beate Szillis-Kappelhoff mitteilte. Vielen Dank noch einmal für die kostenlose Deutung! Die Namen sind fast vollständig nicht mehr auffindbar in der Welt, was ist bloß passiert? Ein kleines Stück Geschichte im Familiennamen und in uns selbst!

Ich möchte hier meine Fantasie schweifen lassen und meine Besucher in diese wundersame Welt entführen, die so bewegt und durcheinander erscheint. Ein Land voller Umbrüche, Einwanderer, Multikulti – aber auch Armut, Krieg und Not.

Das Land meiner Vorfahren – weitab von deutschen Ambitionen, sondern einfach durch die alte Geschichte gewühlt, um etwas freizulegen, was längst verschüttet war:

Meine Wurzeln! Nicht nur ein Baum hat Wurzeln!

So wünsche ich viel Spaß auf meinem Ahnenforschungsblog, der viele Infos beinhaltet, aber auch Gedanken, Wahrnehmungen und Gefühle!