Heute starte ich meine weltweite Ahnenforschung online. Das wird bestimmt sehr aufregend.
Uns Ahnenforschern stehen ja durch das Internet alle Türen und Tore offen, um uns mit anderen auszutauschen, Informationen und Daten zu sammeln und irgendwann unsere entfernten Verwandten zu finden, wenn wir wollen.
Ein Risiko birgt das Ganze natürlich auch: Daten könnten schwammig oder schludrig überliefert oder aufgezeichnet sein, und vielleicht nimmt nicht jeder die Arbeit mehr allzu ernst, die dahinter steckt.
Über zehn Jahre Genealogie – da ist eine unheimlich lange Zeit, und es war nicht immer einfach.
Streckenweise wollte ich auch schon alles hinschmeißen, weil so gar nichts zusammen passte und ich einfach nicht weiter kam.
Doch durch den Ausbau und das Bekanntwerden des Internets wurde vieles erleichternder und ich habe mir ein Bild über das Leben meiner Vorfahren in Ostpreußen machen können.
Mein Familienzweig beinhaltet in erster Linie Familiennamen, welche vermutlich masurischen und prußischen Ursprungs sind.
Noch niemals von diesen zwei Begriffen gehört? So ging es mir am Anfang meiner Forschung auch.
Viele Dinge wurde von den Flüchtlingen, die nach dem Krieg Ostpreußen verlassen mussten, nicht erzählt – sei es aus dem Kriegstrauma heraus oder weil es einfach verschwiegen werden sollte.
Aber hin und wieder schimmerten dann doch ein paar Anekdoten und Erzählungen hindurch und kamen ans Tageslicht.
Nicht alle Essays waren fröhlich und lustig, es gab auch viele schmerzvolle Erinnerungen an die Vergangenheit. Die Sehnsucht und das Heimweh nach der ursprünglichen Heimat genauso wie die Flucht über das kurische Haff.
Die Liebe zum masurischen Landstrich ist bis heute geblieben und hat sich irgendwie weitervererbt. Weite Wälder, Wölfe und Elche, Störche und einsame Dörfer…vielleicht liegt es in mir drin, auf jeden Fall liebe ich Masuren, obwohl ich bisher nur einmal in meinem Leben dort war. Und das Haus meiner Urgroßmutter angesehen habe. Unvergesslich.
Allerdings möchte ich betonen, dass man die Vergangenheit nicht verklären und nichts ins falsche Licht rücken darf. Die Vertreibung tausender Ostpreußen aus ihrer Heimat hat nicht zuletzt einen Zusammenhang mit den Taten des größenwahnsinnigen Adolf Hitler. Ich distanziere mich also ausdrücklich von jeglichem Rechtsextremismus und den Nationalsozialisten.
Meine Vorfahren waren sowieso keine echten Deutschen, sondern sprachen polnisch, soweit ich das aus den Familiennamen entnehmen kann. Zumindest verstanden und sprachen sie deutsch und polnisch, da bin ich mir relativ sicher.
Ich selbst bin auch ganz und gar nicht fremdenfeindlich eingestellt, was sich vielleicht aus der Gutmütigkeit der Prußen schließen lässt – den Ureinwohnern Ostpreußens. Wenn sie wirklich meine Vorfahren waren – und da spricht einiges dafür – dann bin ich sehr stolz darauf.
Ein Ostpreußenstolz ohne Nationalsozialismus. Man muss dazu wissen, dass die Prußen von den Deutschen fast ausgerottet wurden. Aber dazu später mehr.
Habe ich euch begeistern können, sodass ihr öfter wiederkommt und schaut, was sich hier tut?
Ich freue mich schon sehr auf euch alle als Besucher und hoffe, dass ich eines Tages Verwandte finde, mit denen ich einen gemeinsamen Urahn habe.
Bis dahin vertreibt euch gut die Zeit auf meinem Blog und viel Spaß!

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