Die Balten – wie lebten sie, wer waren sie? Vielleicht auch deine Ahnen!

Zu der großen Gruppe der Indogermanen gehören sie – die Balten, welche den Ostseeraum zwischen Polen und Russland sowie Estland und Finnland besiedelten und heute noch bewohnen.

So wohnten die Balten

Sie siedelten sich häufig in der Nähe von Flüssen und Seen an – auf kleinen Inseln und in Flusstälern waren sie zuhause und das umliegende Wasser gab ihren Siedlungen meist ausreichenden Schutz vor Feinden, sodass sie fast nie Wälle bauten. Dichte Moore hielten Eindringlinge außerdem fern.

Die Siedlungen waren recht klein, maximal 500 Menschen lebten in einem Baltendorf. Die Häuser wurden aus Baumstämmen errichtet und auf den Dächern wuchsen Moose, Gräser oder andere Pflanzen.

So ernährten sich die Balten

Die Ernährung der Balten war sehr vielschichtig: Sie bauten Getreide (Roggen, Hafer, Emmer, Einkorn) und Gemüse (Erbsen, Linsen, Erdbeerspinat usw.) an. Außerdem besaß fast jede Familie einen großen Obstgarten, einen Kräutergarten und einen Garten, in denen sie Beeren anbauten. Zusätzlich hielten die Balten zahlreiche Nutztiere wie Ziegen, Schafe, Kühe, Pferde, Schweine und Hühner. Sie besaßen auch Hunde, die sie als Wach- und Hüter-Hunde benötigten. Von zentraler Bedeutung war auch der Fischfang, den die Balten mit Hilfe von Speeren, Angeln, Netzen und später auch Reusen betrieben. Das Sammeln war trotz der Gärten sehr wichtig, so kam es vor, dass ein ganzes Dorf im Herbst für einige Tage auf der Suche nach Beeren, Pilzen und Früchten war. Die Jagd war im Laufe der Zeit nicht mehr für das Überleben des Stammes wichtig, wurde aber trotzdem von den Balten regelmäßig betrieben.

Lebensweise

Die Balten lebten meist in spärlich möbilisierten Häusern, in denen es eine Menge Stühle, einen großen Tisch, einen kleinen Tisch, einige Betten, 2-4 Feuerstellen und das nötige Zubehör für den jeweiligen Beruf gab. Aus mehreren Chroniken geht hervor, daß die Balten häufig sangen und sich Balladen und kleine, gereimte Sprüche ausdachten, was noch heute in baltischen Ländern spürbar ist.
Jedes Dorf besaß einen Dorfhäuptling, der von den Bewohnern des Dorfes gewählt wurde (Männern und Frauen, allerdings ist es ein Faktum, dass es eigentlich keine weiblichen Stammesoberhäupter gab.) In manchen Stämmen durfte schon mit 16 Jahren gewählt werden, während man in anderen Stammesgemeinschaften erst mit 19 Jahren dazu berechtig war.
Der Häuptling war häufig ein kräftiger, mutiger oder ein kluger Krieger, ein weiser alter Mann oder ein Priester.
Die Balten kannten keine Sonntage. Wenn sie mal nicht arbeiteten, war ein Feiertag oder ein bedeutendes Mitglied der Gemeinschaft war verstorben.
Bei den Balten gab es keine genaue Arbeitsteilung.

Abgrenzung zu den Esten

Esten und die estnische Sprache gehören nicht zu den Balten bzw. dem baltischen Sprachzweig, sondern zur Finno-ugrischen Völkerfamilie und den finno-ugrischen Sprachen, ebenso die Liven.

Deutsch-Balten

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde diese gesamtbaltische Schicht in Unterscheidung zu den Esten, Liven, Letten und Litauern als „Balten“ bezeichnet. Die Deutsch-Balten, welche in Kurland, Livland und Estland lebten, zählen sprachlich und ethnisch nicht zu den baltischen Völkern: Ab dem 12. Jahrhundert waren überwiegend deutsche, aber auch schwedische, dänische und schottische Ritter und Kaufleute in das damalige Estland, Livland und Kurland – gesiedelt und hatten im Jahre 1201 die Hansestadt Riga gegründet. Die Balten verwalteten, regierten und kommunizierten in deutscher Sprache – auch Esten und Letten, die in der deutschsprachigen Universität Dorpat (Tartu) studiert hatten, assimilierten sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts in diese staatstragende Schicht. Nachdem die Balten mit Ende des Russischen Reiches und Gründung der Staaten Estland und Lettland ihre Funktionen verloren hatten, wurden sie mit dem Hitler-Stalin-Pakt von 1939 planmäßig nach Deutschland ausgesiedelt. Verbliebene und ab 1941 zurückgekehrte Deutsch-Balten wurden nach 1945 systematisch durch die Sowjetunion vertrieben.

Sprachgeschichte

Typisch ist, dass in dieser Sprachfamilie (vor allem im Litauischen) besonders viele altertümliche Formen (Wörter, Struktur) erhalten blieben. Besonders konservativ sind die Baltischen Sprachen im Bezug auf den indogermanischen Wortakzent, der in den meisten anderen indogermanischen Sprachzweigen regularisiert wurde.

 

Gefunden bei: www.runen-forum.de

Comment ( 1 )

  1. Wer waren eigentlich die Pruzzen? | So wie ihr
    […] in einem wollen wir widersprechen, in den Adern der Preußen floß baltisches, nicht deutsches Blut. Wie aber, diese Fragen wollen wir jetzt stellen, kamen sie zu ihrem […]

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