Mensch, es de rachullerich!

Das Adjektiv rachullig, auch rachullerig lässt sich auf die ostpreußische Mundart zurückführen und wird in den diesbezüglichen Wörterbüchern aufgeführt, so im Preußischen Wörterbuch von E. Riemann/U. Tolksdorf (Band 4, 1992); die Bedeutung wird mit ›habgierig, geizig‹, auch ›gefräßig‹ und ›übermäßig, raffgierig arbeitend‹ angegeben; Beispielsätze: »De es so rachullrich, de kricht dem Schlunk [= Schlund] nich voll«, »Mensch, es de rachullerich!«. Andere, verwandte Ausdrücke kommen hinzu, z. B. die Substantive Rachull, Rachuller bzw. Rachummel (›Geizhals‹) und Rachullerigkeit sowie das Verb rachullen/rachullern (›habgierig etwas zusammenraffen, übertrieben sparsam, geizig sein‹).

Auch Bruno Betcke vermerkt in seiner Sammlung Die Königsberger Mundart. Sammlung ostpreußisch-königsbergischer Ausdrücke (1924) rachullrig (›habgierig‹), daneben Rachull (›habgieriger Mensch‹) und rachullen (›habgierig sein‹). Das Brandenburg-Berlinische Wörterbuch (Band 3, 1994) kennt ebenfalls rachullerig und versteht dieses Wort in ganz ähnlichem Sinne: ›allzu arbeitsam‹.

Quelle: www.gfds.de

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