Wir tragen die Erfahrungen unserer Ahnen in den Genen – Selbstverwirklichung mal anders erklärt

Ich habe mich über die Jahre durch ganz verschiedene Themenbereiche gelesen, um herauszufinden, warum ich wie wann bin und ich fand nur Stück für Stück zufriedenstellende Antworten.

Um es ganz kurz grob zu umreißen: Viele Menschen – so kam es mir in meinem Leben jedenfalls oft vor – leben einfach irgendwie, sprich sie funktionieren halt, ohne wirklich bewusst sich selber wahrzunehmen geschweige denn andere Menschen in ihrem Umfeld. Das klingt kompliziert und du weißt absolut nicht, worauf ich hinaus will?

Ja das kann ich sogar verstehen! Es ist ja auch ein wenig kompliziert, Gefühle und Empfindungen mit Worten zu erklären. Eines der kompliziertesten Dinge im Leben überhaupt!

 

Das lineare Denken hindert uns oft daran, uns auf kreative Denkprozesse einzulassen

Jeder Mensch ist so individuell, dass es keine allgemeingültigen Regeln gibt, aber wir haben in der Schule ein lineares Denken gelehrt bekommen, wir schauen immer von A nach B, Ursache und Wirkung, und pressen verschiedene Erfahrungen in ein stures Schema F. Dabei ist die Natur nicht so angelegt, dass wir alles ganz simpel begreifen und erfassen können, vielmehr sollten wir auch mal nach links oder rechts schauen, uns an der Vielfältigkeit erfreuen und sie zum Vorteil nutzen lernen, uns auf verschiedene kreative Denkprozesse einlassen können.

Aber ihr wisst sicher selber, wenn die Synapsen von Kindesbeinen an so geschaltet sind, dass wir den einfachsten Weg des Analysierens und Kombinierens gehen, dann lässt sich das später nur sehr schwer ändern. Wer nicht besonders gefördert wurde, bleibt im Mittelfeld – viele Menschen boykottieren gar ihren eigenen privaten Erfolg, weil sie gelernt haben, dass erfolgreiche Menschen eingebildet sind oder aber sehr schlau. Das entspricht aber nicht dem, was an inneren Bildern eingebrannt wurde, ein stinknormaler Mensch kann auf keinen Fall Erfolg haben oder viele Talente besitzen – das wäre ja Wahnsinn. Da bliebe ja dann kein einziges Gejammer mehr über das eigene Leben und das macht doch gefühlte 80% des Small-Talks aus. Oder? 😉

Die Gene steuern den Menschen, aber der Mensch kann ebenso die Gene beeinflussen

Die Synapsen sind die eine Sache. Eltern, deren Synapsen in bestimmter Art verschaltet sind, werden wohl zu großem Teil ihren Kindern eine ähnliche Vernetzung der Nervenzellen vererben. Sei es durch Erziehung und Formung oder aber durch die Gene.

Da haben wir es wieder, dieses lineare Denken. Entweder – oder und nichts dazwischen.

Doch in Wahrheit weiß ja kein Mensch, wie wir Menschen wirklich „arbeiten“, wie bestimmte Dinge in uns drin entstehen, sich entwickeln und herausbilden. Wird jemand schlauer sein, der sich voll entfalten kann? Und was genau bedeutet es überhaupt für den Einzelnen, sich entwickeln zu können, zu dürfen, ja sogar zu müssen?

Die Gene, die wir weitervererbt bekommen, müssen sich nicht zwangsläufig aktivieren. Sie brauchen meist einen Auslöser aus der Umwelt, also von außen. Dieser Prozess wurde erst kürzlich entdeckt durch Wissenschaftler, die sich mit der sogenannten Epigenetik beschäftigen.

Wenn aber die vererbten Gene selber nicht grundsätzlich ab Geburt „angeschaltet“ sind, sondern unter Umständen erst durch ein Ereignis aus der Umwelt (zwischenmenschlich, umwelttechnisch usw.) eingeschaltet werden, inwieweit spielen sie denn dann überhaupt eine Rolle bei deiner oder meiner Entwicklung?

Der Lebensstil kann entscheidend sein – doch wann beginnt er und wie werden wir geprägt?

Noch einmal zurück zu dem Entweder-Oder-Gedanken. Es gibt mehr auf der Welt als schwarz oder weiß, ja oder nein, sein oder nicht sein…wir müssen aufhören, alles in irgendwelche Schubladen zu pressen, das ist ja fürchterlich!

Die Gene spielen auf jeden Fall eine Rolle bei der persönlichen Entfaltung, und ich glaube sie sind extra so konzipiert worden, dass sie jederzeit ins Geschehen eingreifen können, sollte uns etwas nicht gut tun. Gewagte Theorie, aber selbst eine Krankheit zwingt den Körper, öfter auszuruhen und den Lebensstil zu ändern. Für die die geborene Optimisten sind und noch ein Argument für Krankheitsausbrüche wie z.B. Morbus Crohn brauchen.

Gene wirken von innen heraus und das Umfeld von außen nach innen und alles zusammen ergibt dann den Menschen. Da spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle, das ist ganz klar, denn jeder von uns kommt ja schon als kleine Persönlichkeit auf die Welt und ist meiner Ansicht nach von Beginn an dazu in der Lage zu entscheiden, was ihm behagt und was nicht. Diese Vorlieben oder Abneigungen bestehen ab dem Tag, ab dem du auf der Welt bist. Deshalb können auch die altmodischen Ansichten begraben werden, kleine Säuglinge unter sechs Monaten schreien zu lassen, denn Babys haben etwas zu sagen und Eltern sollten ihnen zuhören und ihnen einen Weg zeigen, wie vernünftige Kommunikation funktioniert. Babys mögen bestimmte Düfte, Farben oder Formen, und jeder der sich mit seinem Baby beschäftigt hat (falls er denn eins hat), müsste das beobachtet haben. Eltern prägen durch ihr Verhalten den späteren Lebensstil bei ihrem Kind, da bin ich mir ganz sicher. Ich werde es euch in 16 – 18 Jahren sagen können, ob dem so ist. 😉

Die Erfahrungen unserer Ahnen tragen wir in uns und vererben sie weiter

Die Epigenetik geht jedoch auch davon aus, dass bestimmte Erfahrungen unserer Eltern weitervererbt werden können und das meine ich durchaus wörtlich. Generationen, die mit Angst und Schrecken durchs Leben gekommen sind, sei es durch Krieg, Hunger oder Vertreibung, scheinen diese Angst an ihre Kinder weiterzuvererben. So kann auch Liebe weitervererbt werden. Ich selber glaube, da liegt noch viel mehr in den Genen. Vielleicht meine Liebe zur Natur, oder der Traum von einem Blockhaus im Wald mit moosbewachsenem Dach – wenn ich daran denke, dass die Prußen vielleicht meine Vorfahren waren, ist das gar nicht weit her geholt.

Warum sollten nicht auch andere Eigenschaften vererbt werden können, zum Beispiel die Kinder einer Frau, welche im Mittelalter als Hexe verbrannt wurde. Sie könnten besonders revolutionäre Gedankengänge haben.

Vorstellbar ist das für mich schon.

Wir sind sozusagen mit vielen Genen ausgestattet, die sich je nach Lebensumständen durch einen Impuls von außen aktivieren. Andererseits gibt es auch Gene, die bleiben stumm, wenn wir keine auslösenden Faktoren dafür haben. Das gilt sowohl für schlechte wie auch gute Auslöser.Das heißt, dass wir nicht mehr alles auf die Gene schieben können.

Die Gene sind demnach doch nicht immer schuld! Du kannst getrost noch heute beginnen, den Lebensweg zu gehen, den du gehen willst – es liegt in deiner Hand 😉

 

Ich wünsch´dir was!

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